Mantrailing, die Arbeit mit Personenspürhunden
Mantrailing bedeutet wörtlich
"Mensch auf der Spur folgen" (engl.: man = Mensch, trail = Spur).
Hingegen anderer Sucharten sucht der Hund nach einer bestimmten Person.
Ermöglicht wird dies, weil jeder Mensch
einen individuellen Geruch produziert, vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Dieser
Geruch entsteht durch den Zersetzungsprozess der abgestorbenen Hautzellen. Beim
Gehen, Joggen, Fahrradfahren etc. wird ständig eine Art Geruchswolke
hinterlassen, ähnlich wie der Zigarettenqualm eines Rauchers. Im Gegensatz zu
uns Menschen, kann die Hundenase noch nach mehreren Tagen diesen Geruch wahrnehmen.
Vor Beginn eines Trails bekommt der Hund den Geruchsstoff einer vermissten Person. Anhand dessen kann er die Duftspur, die durch Wind und Wetter in alle möglichen Richtungen verteilt sein kann, sich am Boden und in der bodennahen Luft, zusammen suchen.
Auch wenn der Hund zig 1.000 x besser riechen kann als der Mensch, ist diese Aufgabe mit sehr großer Anstrengung verbunden. Zumal der trailende Hund Ablenkungen wie tobende Kinder, streunende Katzen, Straßenverkehr usw. ignorieren sollte.
Der Mensch dagegen, am anderen Ende der Leine, hat nicht nur die Aufgabe seinen in der Regel stark ziehenden Hund zu halten, er sollte darauf achten, dass der Hund, vertieft in die Sucharbeit, nicht plötzlich in ein Auto läuft, oder sich sonstigen Gefahren hingibt. Zu all dem kommt die größte Schwierigkeit des Mantrailens, das Verstehen, sprich "Lesen" des Hundes. Denn gewöhnlich zeigt der Hund in Bruchteilen von Sekunden durch Körpersprache an, falls er vom Trail abkommt. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Könnte man dies in Perfektion, läge die Finderquote bei nahezu 100%.
Damit Mensch und Hund diese Aufgabe bewältigen können, müssen beide zusammenpassen und möglichst stressfrei an die Sache heran gehen. Wer sich all dem einigermaßen bewusst ist, sollte sich stets vor Augen halten, dass in diese Beschäftigung sehr viel Zeit investiert werden muss und das in den aller wenigsten Fällen die Ausbildung zum Mantrailer, mit einem erfolgreich ausgeführten Realeinsatz für das heimische Polizeipräsidium endet. Die Betonung liegt auf "erfolgreich".
Könnte ich beim Mantrailen meinen Hund zu 100 % lesen, wäre ich bereits
Millionär
(Peter Büttner 2010)
